Netzgesellschaft Hildesheimer Land von acht Kommunen und E.ON Avacon gemeinsam gegründet 19.10.2012 


Die Menschen hinter der Netzgesellschaft Energieversorgung Hildesheimer Land (E-Hi-Land) stellen sich den Räten der beteiligten Städte und Gemeinden vor (Foto: E.On-Avacon)
(Schellerten, Giesen) Die Stadt Bockenem sowie die Gemeinden Algermissen, Giesen, Harsum, Holle, Nordstemmen, Schellerten und Söhlde in der Energieversorgung Hildesheimer Land (Anstalt öffentlichen Rechts) haben sich zu dem Zweck zusammengeschlossen, die Neuvergabe von Strom- und Erdgaskonzessionen im betreffenden Gebiet gemeinsam auszuschreiben. Die Entscheidung der Kommunen fiel im Juli zugunsten eines Kooperationsmodells, bei dem der bisherige Netzbetreiber E.ON Avacon als strategischer Partner auftritt.

Dieses Modell wird nun Schritt für Schritt in die Praxis umgesetzt. Am 18. Oktober fand der Notartermin zur Gründung der neuen Gesellschaft als „Netzgesellschaft Hildesheimer Land GmbH & Co. KG“ statt. Zum Geschäftsführer wurde Bernhard Wöhleke, Gemeindeoberamtsrat der Gemeinde Söhlde, bestellt. Auf einer Informationsveranstaltung in der Richard-von-Weizsäcker-Schule in Ottbergen wurden die Ratsmitglieder der beteiligten Kommunen über den Stand der Vorbereitungen zur Aufnahme der operativen Tätigkeit der Gesellschaft zum 1. Januar 2013 informiert.

Eigentümer der Netzgesellschaft Hildesheimer Land sind zu 51 Prozent die in der Energieversorgung Hildesheimer Land (Anstalt öffentlichen Rechts) zusammengeschlossenen acht Kommunen sowie zu 49 Prozent das Unter-nehmen E.ON Avacon als bisherige Eigentümerin des dortigen Netzes.

Das Geschäftsmodell für die Netzgesellschaft Hildesheimer Land sieht vor, dass die Gesellschaft nach Kauf der Energienetze von E.ON Avacon diese an E.ON Avacon zurück verpachtet. E.ON Avacon betreibt weiterhin die Energienetze. „Es ist ein Modell mit überschaubaren Risiken für die Gemeinden, aber viel Gestaltungspielraum zur Unterstützung der Energiewende“, beschreibt Axel Witte, Vorsitzender des Verwaltungsrats, das Konzept.

„Mit der nun laufenden Umsetzung kommen wir gut voran“, ziehen die beiden AöR-Vorstände Andreas Lücke und Klaus Huchthausen eine positive Zwischenbilanz. „Über die erweiterten Einflussmöglichkeiten im Netzgeschäft haben wir als Kommunen verbesserte Bedingungen, die Energiewende konkret mitzugestalten. Dies ist eines der wesentlichen Ziele unserer damaligen Idee zur Gründung der AöR.“

Das Konzept für die Netzgesellschaft Hildesheimer Land sieht umfangreiche Klimaschutzaktivitäten vor. So soll beispielsweise der bilanzielle Anteil der Erzeugung von Strom aus erneuerbaren Energien, der derzeit etwas über 50 Prozent des Energieverbrauchs im Netzgebiet deckt, noch weiter erhöht werden. Um diesen Strom im Netz auch aufnehmen und transportieren zu können, wird E.ON Avacon im Gebiet der Netzgesellschaft Hildesheimer Land ein zukunftsweisendes Pilotprojekt auflegen. Kernstück des Feldversuchs wird der Einsatz von selbstregelnden Ortsnetztransformatoren sein, die gerade erst auf den Markt kommen und unter maßgeblicher Beteiligung von E.ON Avacon von einem deutschen Anlagenbauer entwickelt wurden.

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