2026
Begleitende Worte des Bürgermeisters 05/2026
Liebe Bürgerinnen und Bürger der Gemeinde Giesen,
auch in der Gemeinde Giesen kleben sie überall: An Laternenpfählen, Verkehrsschildern, Stromkästen, Haltestellen und Hauswänden. Was oft als harmlose Form des Ausdrucks politischer Botschaften, Bandlogos, Streetart oder Werbung beginnt, wird schnell zu einem Problem für die öffentliche Ordnung und das Gemeindebild.
Aufkleber sind ein niederschwelliges Kommunikationsmittel: Billig, schnell produziert, anonym anzubringen. Sie erlauben es, eine Botschaft sichtbar zu machen, ohne großen Aufwand. Doch diese Form der „Meinungsäußerung" bewegt sich häufig jenseits der Legalität. Wer Aufkleber an öffentlichen oder privaten Flächen anbringt, begeht möglicherweise eine Sachbeschädigung, unabhängig davon, ob es sich um ein politisches Statement oder einen Werbeaufkleber handelt. Mindestens aber, wirken unsere Ortschaften zunehmend unattraktiv und ungepflegt.
Das Argument der Meinungsfreiheit greift hier nur begrenzt. Denn diese endet dort, wo fremdes Eigentum oder öffentliche Infrastruktur betroffen ist. Besonders ärgerlich: Das Entfernen hartnäckiger Folien und Klebereste kostet die Gemeinde jedes Jahr finanzielle Mittel, die am Ende die Allgemeinheit trägt.
Was als bunte Vielfalt erscheint, kippt schnell ins Chaos. Fassaden wirken ungepflegt, Schilder werden unleserlich, und der Eindruck von Vernachlässigung breitet sich aus. Aufkleber sind in diesem Sinne ein Symptom dafür, wie öffentlicher Raum zunehmend als Freifläche für Privatinteressen missbraucht wird.
Kritik, Kreativität und Protest sind wichtig – doch sie brauchen Räume, in denen sie legitim und respektvoll stattfinden können. Möglichkeiten gibt es genug: Legale Plakatflächen, digitale Kampagnen oder temporäre Streetart-Projekte mit Genehmigung. Die Verantwortung liegt hier nicht nur bei Einzelnen, sondern auch bei Veranstaltern, Parteien, Vereinen, Clubs und Organisationen, die Aufkleber gezielt als Werbemittel einsetzen.
Die unkontrollierte Verbreitung von Aufklebern ist kein Ausdruck von Freiheit, sondern von Rücksichtslosigkeit. Der öffentliche Raum ist kein privates Notizbuch, sondern ein gemeinsames Gut. Ihn zu respektieren bedeutet, ihn sauber, lesbar und lebenswert zu erhalten.
Ihr Bürgermeister
Frank Jürges
Begleitende Worte des Bürgermeisters 04/2026
Liebe Bürgerinnen und Bürger der Gemeinde Giesen,
zur Weiterentwicklung einer lebendigen und liebenswerten Gemeinde, um dringend benötigten Wohnraum zu schaffen, um Wachstum zu ermöglichen, die Wirtschaft zu stärken oder weitere Einnahme zu sichern, benötigt auch die Gemeinde Giesen Baugebiete oder einzelne Bauprojekte. Solche Projekte werden und wurden aktuell in der Gemeindeverwaltung bearbeitet.
Aber der Reihe nach: Es freut mich sehr, dass der „Millionenbau“ oder besser „Schandfleck“ in Emmerke an der Giesener Straße bald der Vergangenheit angehört. Endlich hat sich ein Investor gefunden, der diesem Zustand ein Ende bereitet. Auch zu meinem Erstaunen hat er nicht die Absicht das Gebäude abzureißen, sondern komplett zu sanieren und zahlreiche neue Wohnungen in Emmerke zu schaffen. Eine tolle Aussicht nach Jahren des Stillstands und Verfall.
Zusätzlich entsteht in Emmerke ein innerörtliches Baugebiet zwischen Hauptstraße und Schleifmühlenweg. Auf einer Fläche von etwa 15.000 m² Größe sollen Mehrfamilienhäuser, sowie kleine und mittlere Ein- und Doppelhäuser ermöglicht werden. Der Schleifmühlenweg wird durch den Bau einer Brücke über den Rössingbach fußläufig erreichbar sein.
Auch in Ahrbergen hat ein Investor im Ortsrat Ahrbergen den Plan einer innerörtlichen Nachverdichtung mit Wohnbebauung auf eigenen Grundstücken in der Birkenstraße vorgestellt. Es war vorgesehen, auf den bisher als Garten genutzten Flächen Einfamilien- und Doppelhäuser sowie Geschosswohnungen zu errichten. Als Teilnehmer an der Ortsratssitzung, in der zahlreiche Besucherinnen und Besucher in einer sachlichen und eindringlichen Art und Weise, ohne Ausnahme die Ablehnung dieses Vorhabens deutlich gemacht haben, habe ich noch während der Sitzung entschieden, dieses Vorhaben nicht weiter zu führen.
Und nicht unerwähnt lassen möchte ich das Projekt „Demenzzentrum“ in Groß Förste. Mit dem Investor ist hier nunmehr eine Übereinkunft zustande gekommen, so dass die Vorbereitungen für den Wohnungsbau im Jahr 2027 auf den Weg gebracht worden sind.
Und auch in Hasede werden in naher Zukunft zwei Mehrfamilienhäuser mit je zehn Wohneinheiten auf den alten Pfarrgelände entstehen.
Die Weiterentwicklung der Gemeinde Giesen geht voran.
Ihr Bürgermeister
Frank Jürges
Begleitende Worte des Bürgermeisters 03/2026
Liebe Bürgerinnen und Bürger der Gemeinde Giesen,
Schnee und Glätte hatte uns alle in den letzten Wochen fest im Griff. Auf der einen Seite war es ein Genuss, sonniges Winterwetter zu erleben, auf der anderen Seite haben Schnee und Glätte den Tagesablauf eingeschränkt. Erstaunt hat mich mit welcher Wortwahl Wetterdienste Schneefall oder Kälte tituliert haben. Oft wurde von Schneekatastrophen oder Winterstürmen gesprochen. Dabei ist schlicht Winter in Norddeutschland, mit frostigen Tagen und Schneefall. Erstaunlich für mich ist, wie schnell nicht Alltägliches unser gesellschaftliches Leben einschränkt. Umso wichtiger ist es bei solchen Wetterlagen besondere Vorsicht walten zu lassen, noch mehr als sonst nachbarschaftliche Hilfe anzubieten und insbesondere auf ältere Menschen und eingeschränkte Bürgerinnen und Bürger zu achten.
Mein Dank gilt allen Bürgerinnen und Bürgern die Gehwege von Schnee und Glätte befreit haben. Den Dank verbinde ich aber auch mit der Bitte und Aufforderung, dass die Räumplicht von allen Verantwortlichen wahrgenommen wird.Danken möchte ich an dieser Stelle auch den Mitarbeitern des Bauhofs der Gemeinde Giesen, deren Aufgabe es ist, die Gemeindestraßen von Schnee und Eis zu befreien. Es ist nicht möglich, dass sämtliche Gemeindestraßen gleichzeitig geräumt werden können. Aber nach und nach räumt der Bauhof die Straßen im Zuständigkeitsbereich der Gemeinde Giesen.
Ein bisschen weniger Klagen und ein bisschen mehr Gelassenheit würden dem Winter und uns Menschen guttun.
Ihr Bürgermeister
Frank Jürges
Begleitende Worte des Bürgermeisters 01/2026
Liebe Bürgerinnen und Bürger der Gemeinde Giesen,
ich habe auch zu Beginn dieses Jahres an der traditionellen Arbeitstagung des Landkreises Hildesheim in Hohegeiß teilgenommen. Die Tagesordnung orientiert sich in aller Regel an aktuellen oder grundsätzlichen Themen. In diesem Jahr wurde die sehr herausfordernde finanzielle Situation aller Kommunen im Landkreis Hildesheim in den Mittelpunkt gestellt.
In seinem Eingangsstatement hat Landrat Bernd Lynack eine für alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer überraschende Ankündigung gemacht: Er wird dem Kreistag vorschlagen, die Hallennutzungsgebühren für Sportvereine abzuschaffen.
Für die Sportvereine in der Gemeinde Giesen hat diese Ankündigung aber aus zweierlei Gründen keine finanzielle Bedeutung. Diese Ankündigung gilt nur für Sporthallen, die sich im Eigentum des Landkreises befinden. Alle Sporthallen in unserer Gemeinde gehören der Gemeinde Giesen, so dass der Landkreis hier keinen Zugriff hat.
Für die Sportvereine in der Gemeinde Giesen besteht eine solche Regelung schon seit langer Zeit. Hallennutzungsgebühren werden grundsätzlich nicht erhoben. Ich möchte aber nicht unerwähnt lassen, dass nicht nur die Sportvereine, sondern grundsätzlich alle in unserer Gemeinde aktiven Vereine und Institutionen unsere Sporthallen kostenfrei nutzen können. Mein Ziel ist es, dass das auch in Zukunft so bleibt!
Indirekt könnten die Finanzen der Gemeinde Giesen doch betroffen sein: Sollte der Kreistag dem Antrag des Landrats zustimmen und gleichzeitig keine Gegenfinanzierung vornehmen, wird die Gemeinde Giesen die Einnahmeausfälle des Landkreises durch Abschaffung der Hallennutzungsgebühren über die Kreisumlage finanzieren. Und so wäre die Gemeinde Giesen negativ betroffen! Es bleibt abzuwarten!
Ihr Bürgermeister
Frank Jürges